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Slow Printing in der X – Region

Druckermeister Uwe Bald aus Höxter liebt die Haptik ohne Hektik.

Fragen Grafikdesigner nach Drucksachen in Premium-Qualität, bekommen alle beim Stichwort „Letterpress“ leuchtende Augen. Denn der Prägedruck bringt neben Form und Farbe eine dritte Dimension ins Spiel: die Tiefe. Und die hat es in sich. Denn hier wird nicht nur das Design aufgedruckt, sondern in das feine üppige Papier hinein geprägt. Das hinterlässt einen Eindruck, der sich sehen und ertasten lässt. Unter dem Motto “Fühl das Handwerk” produziert Uwe Bald seit Anfang 2016 “Drucksachen mit Charakter” und nutzt die sozialen Medien (Facebook, Xing & Co) für Werbung in eigener Sache.

Um die hochwertigen Drucksachen zu produzieren, nutzt Uwe Bald eine Heidelberger-Tiegeldruckpresse, eine auf der ganzen Welt bekannte Universal-Hochdruckmaschine (Baujahr 1961, Made in Germany). Sie verarbeitet vom dünnsten Briefpapier bis zum bierdeckelstarken Karton alle Materialien zu unverwechselbaren Druckerzeugnissen mit einzigartigem fühlbarem Druck-Ergebnis. Uwe Bald kennt den Maschinen-Typ bereits aus seiner Druckerausbildung, die er Ende der 70er Jahre bei der damaligen Huxaria-Druckerei in Höxter absolviert hat. „Damals habe ich die Trauerkarten noch von klassischen Bleilettern auf dem einem Heidelberger-Tiegel gedruckt“, erinnert sich Uwe Bald schmunzelnd.

Letterpress – Slow Printing

Die Investitionen Anfang 2016 in Druck- und Schneidemaschinen sowie nötigen Zubehörs bewegten sich im niedrigen 4-stelligen Bereich und wurden aus eigenen Mitteln gestemmt. Bundesweit gibt es etwa nur ca. 20-30 weitere Drucker, die diese Marktnische des handwerklichen Druckens professionell besetzen. „Im Kreis Höxter bin ich sicherlich der Einzige“, sagt Bald. Auf der Tiegeldruckpresse entstehen hauptsächlich Visitenkarten, Einladungen für Hochzeiten und geschäftliche Anlässe, Weihnachts-, Glückwunsch-, Werbepostkarten und vieles mehr. Aus digitalen Daten/Entwürfen werden die individuellen Druckklischees hergestellt. Das Drucken erfordert Zeit, Geduld und handwerkliches Können, jede Farbe wird einzeln nacheinander gedruckt. Eben „Slow-Printing“. „Schnell stellte ich fest, dass ich an meinem Standort Höxter günstiger und bequemer produzieren kann als meine Druckerkollegen, die ihre Betriebe meist in den großen Zentren haben. Dank günstiger Gewerberäumlichkeiten, schnellem Internet und jeglichem Logistikangebot, bin ich in der X-Region mitten in Deutschland bestens positioniert.“ Uwe Bald bedient allerdings nicht nur Kunden aus dem Kreis Höxter. Kunden aus Berlin, Hamburg, Bonn, München, Düsseldorf und Salzburg konnten sich schon über die außergewöhnlichen Druckprodukte freuen. Eine feste Kooperation mit einem Designer aus Berlin ist ebenfalls entstanden. Das Know-how des 56-jährigen ist auch bei jungen Gestaltern enorm gefragt, so dass er immer wieder Workshops für junge Mediendesigner in seiner Werkstatt anbietet und sie in der Kunst des Druckens unterrichtet.

„Wir freuen uns über jeden Unternehmer, der die Vorzüge unserer Region zu schätzen weiß, denn gerade als Wirtschaftsstandort hat der Kreis Höxter viel zu bieten“, so Tatjana Disse, Prokuristin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter.

www.baldletterpress.de

 

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